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Franz Kustner, BBV-Bezirkspräsident und MdL a. D.

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Erneuerbare Energien

Bestandsaufnahme - die derzeitige Situation

Einsatzstrategien

Aufbau des Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe (NAWAROS)

C.A.R.M.E.N. e.V.

Einsatzstrategien

Grundsätzliches

Der menschliche Bedarf an Nicht-Nahrungsenergie übertrifft die Ansprüche an Nahrungsenergie bei weitem. Ausgedrückt in Öläquivalent beträgt der tägliche Nahrungsenergiebedarf eines Menschen - ohne besondere Erfordernisse für schwere körperliche Arbeit - etwa 0,3 Liter. Aufsummiert auf ein Jahr sind dies etwa 110 Liter Öläquivalent. Technische Energiebedürfnisse, also für Heizung, Erzeugung von elektrischem Strom, Mobilität und andere Zwecke summieren sich hingegen in Deutschland auf rd. 4 800 Liter Öläquivalent pro Person (Bayern: 4 600). Die Energienachfrage beträgt damit ein Vielfaches der Nachfrage nach Nahrungsenergie.
Auch die energetische Nutzung von Nachwachsenden Rohstoffen muss möglichst effizient erfolgen, da die Biomasse zwar stetig nachwächst, aber der Aufwuchs nur begrenzt zur Verfügung steht und zuerst die Nahrungsbedürfnisse zuverlässig gedeckt werden müssen. Dies bedeutet, dass jeder Energieträger nach seiner Form möglichst dort einzusetzen ist, wo er seine beste Eignung zur Geltung bringen kann. Dies erfordert möglichst hohe Wirkungsgrade bei der Umsetzung und möglichst wenig Konversionsschritte, da bei jedem Schritt wirkungsgradbedingte Verluste multipliziert werden und sich das Produkt verkleinert.

Haupteinsatzstrategien

Diese Überlegungen führen zu folgenden Haupteinsatzstrategien:

Holz aus der Forstwirtschaft und der holzbe- und -verarbeitenden Industrie vor allem zur Wärmeerzeugung,

Flüssige Energieträger, also Biodiesel, naturbelassene Pflanzenöle und Alkohole vor allem in die Mobilität,

Biogas zur Nutzung in einer Kraft-Wärme-Kopplung.

Strategien bei den einzelnen Bioenergieträgern

Feste Biomassebrennstoffe

Bei den festen Biomassebrennstoffen liegt Holz nach wie vor an der Spitze. Derzeit werden in Bayern 2,8 Mio. t Energieholz eingesetzt. Die aktuell zu beobachtende Preisentwicklung bei den im Wärmesektor konkurrierenden Energieträgern hat zu der Situation geführt, dass sogar die Nutzung von Fichtenstammholz als Energieträger eine echte Alternative zu dessen stofflicher Verwendung werden kann. Durch die Borkenkäferalamität bewegt sich Fichtenstammholz zur Zeit in einer Preisspanne um 48/fm (vor Einsetzen der Borkenkäferalamität betrug der Preis rd. 55/fm). Addiert man dazu Kosten für Transport und Häckseln, ergibt sich ein auf den Energieinhalt bezogener Preis von rd. 26 € pro Megawattstunde.
Dies entspricht einem äquivalenten Heizölpreis von 26 Cent pro Liter. Zum Vergleich: Derzeit beträgt der Preis für Waldhackgut rd. 12 €/MWh oder 12 Cent pro Liter Heizöläquivalent. Mit dem derzeitigen Heizölpreis ist Fichtenstammholz schon jetzt vom Energiewert betrachtet günstiger als Heizöl. Allerdings sind die Investitions- und Betriebskosten bei einem Biomasseheizwerk höher als bei der fossil befeuerten Vergleichsanlage, so dass deutlich niedrigere Biomassekosten angesetzt werden müssen, um bei den Gesamtkosten pro Wärmeeinheit gegenüber fossilen Energieträgern konkurrenzfähig zu sein.
Nachdem jedoch bei den fossilen Energieträgern eine Entspannung am Markt derzeit nicht erkennbar ist, ist davon auszugehen, dass der Nutzungsdruck auf die Forstwirtschaft von der Energieseite her erheblich zunehmen wird. Insofern können sich bei weiteren Preiserhöhungen auf der fossilen Seite wirtschaftliche Potenziale bei der Stammholznutzung zu energetischen Zwecken ergeben. Die "Bayerische Staatsforsten" wird sich dieser Entwicklung nicht verschließen und den Energieholzmarkt bei entsprechenden Preisen bedienen. Ein stärkerer Einstieg in die Energieholznutzung führt jedoch zu modifizierten Warenströmen, die in einer Gesamtnutzungsstrategie sorgfältig berücksichtigt werden müssen.
Im Gegensatz zur Verbrennung von Heizöl und Erdgas fallen bei der thermischen Verwertung von Biobrennstoffen nennenswerte Mengen von Staub im Rauchgas an. Die Schwierigkeit mit der Einhaltung der EU-Feinstaubgrenzwerte macht es erforderlich, bei allen Feinstaubquellen zu reduzieren. Während bei größeren, immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftigen Feuerungsanlagen die emissionsbegrenzenden Anforderungen an den Stand der Technik angepasst wurden, ist dies bei Kleinfeuerungsanlagen, wie sie in der Holzverbrennung eingesetzt werden, noch nicht der Fall. Eine erhebliche Reduzierung der Staubgrenzwerte ist hier unverzichtbar. Von großer Bedeutung ist auch die Fortentwicklung der Feuerungstechnik. Am Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing werden hierzu herausragende Beiträge geleistet.
Die Stromerzeugung aus Holz macht derzeit unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten vor allem dann Sinn, wenn diese vorwiegend aus Altholz erfolgt. Dabei wird die Wirtschaftlichkeit in der Regel nur durch die gesetzliche Förderung (EEG) erreicht. Altholz steht im Vergleich zu den naturbelassenen Brennstoffsortimenten wie Scheitholz, Waldhackgut, Sägerestholz oder Pellets wesentlich kostengünstiger zur Verfügung und die hohen Anforderungen zum Immissionsschutz können im Kraftwerksbereich am ehesten eingehalten werden. Auch die zu mobilisierenden Massenströme und Effizienzüberlegungen sprechen gegen eine Nutzung von hochwertigen Brennholzsortimenten im Kraftwerksbereich: Ein 20-Megawatt-Holzkraftwerk hat einen Jahresbrennstoffbedarf von etwa 180 000 t Holz (Waldfeuchte). Stellt man diesem ein Schulzentrum mit Turnhallen und Hallenbad gegenüber, dann kommt dieses aufgrund des hohen Wirkungsgrades bei der Wärmeerzeugung und der deutlich niedrigeren Leistung mit rd. 1 500 t Holz aus. Somit würde ein 20-Megawatt-Holzkraftwerk mit relativ bescheidenem Wirkungsgrad den Brennstoff für 120 Schulzentren mit Hallenbad verbrauchen. Allerdings zeigt sich im Gefolge der EEG-Novelle, dass vermehrt wärmegeführte Kraft-Wärme-Kopplungen als so genannten Organic-Rankine-Cycle (ORC) - Anlagen installiert werden. In dieser Betriebsart (wärmegeführt) ist auch die Lenkung von Waldrestholz in die wärmegekoppelte Stromerzeugung positiv zu sehen.
Auch zu Fragen der Mobilität müssen die Massenströme analysiert werden. Die bereits genannten 180 000 t Wald- oder Sägerestholz, die am effizientesten in Schulzentren oder vergleichbaren Anwendungsfällen zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden, können rd. 60 Mio. Liter oder 52 000 t Heizöl aus der einfachen Wärmeanwendung verdrängen. Damit wird genau diese Menge an Dieselkraftstoff - um nichts anderes handelt es sich bei Heizöl - für Mobilitätszwecke freigesetzt. Rund ein Prozent des bayerischen Dieselverbrauchs in Höhe von 5,2 Mio. t könnte somit durch diese äquivalente Wärmegewinnung mittels Holz ohne Kohlendioxidanreicherung ersetzt werden. Die Wärme aus dem Wald entspannt somit die Situation auf dem Kraftstoffsektor.

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zuletzt aktualisiert am 16.06.05

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